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Leseprobe

 

Die Decke und der obere Teil der Wände im Obergeschoss waren rußgeschwärzt. Links befand sich das Badezimmer. Die Tür zum einzigen anderen Zimmer fehlte völlig. Das Tageslicht fiel ungehindert durch das zerborstene Terrassenfenster und die Terrassentür in den dennoch wie eine dunkle Höhle wirkenden Raum. Alles war schwarz, und mehrere schräg verlaufende Sichtbalken verliehen dem Raum etwas Gewölbeartiges. Das Erste, was Luca ins Auge fiel, als er durch den Türrahmen trat, war der Tisch, der vor der Fensterfront gestanden hatte. Das zweigeteilte, auseinandergeborstene Holzstück erinnerte auf unheimliche Art an Padre Pilatis Schreibtisch, der durch die Explosion in zwei Hälften gesprengt worden war. Dasselbe war anscheinend auch hier geschehen. Luca ahnte daher schon, wo sich die Leiche befinden musste.

     Er wandte sich nach links, wo ein Bett stand, in das sich das Feuer förmlich hineingefressen hatte. Der Schaum der Matratze war geschmolzen und eingesunken, ein schwarzes Loch, das die Streben des Bettrahmens sichtbar machte wie die Rippen eines verwesenden Tieres. Vor dem Bett lag die zusammengekrümmte Leiche oder das, was von ihr übrig war. 

 

                                                                                                           Copyright Alessandro Montano